Excel-Listen ablösen: wann eine Tabelle nicht mehr trägt und was an ihre Stelle tritt
Kundenlisten, Preislisten, Auftragsübersichten: Tabellen sind schnell angelegt und schwer wieder loszuwerden. Woran man merkt, dass es Zeit ist, und wie der Umzug ohne Datenverlust gelingt.
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Excel-Listen ablösen bedeutet, Daten, die bisher in Tabellendateien gepflegt werden, in ein System zu überführen, in dem mehrere Personen gleichzeitig und nach festen Regeln arbeiten können. Das kann die vorhandene Warenwirtschaft sein, eine kleine Datenbankanwendung oder ein Fachprogramm, das den Zweck der Liste von Haus aus abdeckt.
Warum Tabellen im Betrieb so beliebt sind
Eine Tabellenkalkulation ist sofort verfügbar, braucht keine Freigabe und passt sich jedem Bedarf an. Deshalb entstehen in fast jedem Betrieb über die Jahre Listen, die zu tragenden Teilen des Alltags werden: Kundenkonditionen, Wartungstermine, Projektübersichten, Lagerbestände, Urlaubsplanung. Oft sind sie der pragmatische Ersatz für eine Funktion, die das Hauptprogramm nicht bietet oder die nie jemand eingerichtet hat.
Das ist zunächst kein Fehler. Problematisch wird es, wenn eine solche Liste zur einzigen Quelle für wichtige Daten wird, die mehrere Menschen brauchen.
Sieben Anzeichen, dass eine Excel-Liste nicht mehr trägt
- Mehrere Fassungen. Dieselbe Liste existiert als „aktuell“, als „aktuell neu“ und als Kopie im Anhang einer E-Mail.
- Gleichzeitiges Arbeiten. Die Datei ist gesperrt, weil jemand anders sie geöffnet hat, oder Änderungen überschreiben sich gegenseitig.
- Uneinheitliche Einträge. Derselbe Lieferant steht unter verschiedenen Schreibweisen darin, und jede Auswertung wird dadurch unzuverlässig.
- Doppelte Pflege. Daten werden in der Liste und zusätzlich im Hauptprogramm eingetragen.
- Formeln, die nur eine Person versteht. Niemand traut sich, eine Spalte zu ändern.
- Keine Nachvollziehbarkeit. Wer wann einen Preis oder Termin geändert hat, lässt sich nicht feststellen.
- Personenbezogene Daten ohne Regeln. Kunden- oder Mitarbeiterdaten liegen in einer Datei, die per E-Mail weitergereicht wird.
Treffen mehrere Punkte zu, kostet die Liste mehr, als sie spart. Es fällt nur niemandem auf, weil die Zeit in vielen kleinen Handgriffen verloren geht.
Welche Lösung an die Stelle der Liste tritt
Welche Lösung passt, hängt vom Zweck der Liste ab:
- Das vorhandene Hauptprogramm. Viele Warenwirtschafts- und Branchenprogramme können mehr, als genutzt wird: Zusatzfelder, Wiedervorlagen, Konditionen je Kunde. Häufig ist das der einfachste Weg.
- Ein Fachprogramm. Für Aufgaben wie Wartungsplanung oder Zeiterfassung gibt es fertige Software, die den Zweck besser abdeckt als eine selbst gebaute Tabelle.
- Eine kleine eigene Anwendung. Bildet die Liste einen betriebsspezifischen Ablauf ab, den kein Standardprogramm kennt, ist eine schlanke Datenbankanwendung mit Eingabemaske, Rechten und Änderungsprotokoll sinnvoll.
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst prüfen, ob Vorhandenes genügt, dann Standard, zuletzt eigene Entwicklung.
Excel-Listen ablösen ohne Datenverlust
Der Umzug beginnt nicht mit dem Import, sondern mit der Bereinigung. Doppelte Einträge werden zusammengeführt, Schreibweisen vereinheitlicht, leere und veraltete Zeilen geklärt. Danach wird festgelegt, welche Spalte in welches Feld des Zielsystems gehört und was mit Werten geschieht, die dort nicht vorgesehen sind.
Bewährt hat sich ein Probeimport mit anschließendem Vergleich: Stimmen die Anzahl der Einträge, Summen und Stichproben mit der Tabelle überein? Erst dann wird umgestellt und die alte Datei schreibgeschützt archiviert, damit niemand aus Gewohnheit dort weiterarbeitet. Eine Beschreibung des Ablaufs, in dem die Liste genutzt wurde, verhindert, dass dabei eine stillschweigend gepflegte Regel verloren geht; mehr dazu im Beitrag Prozessdokumentation.
Woran der Umstieg scheitert
- Eins zu eins nachbauen. Die Tabelle wird mit all ihren Umwegen in ein neues System übertragen, statt den Zweck neu zu denken.
- Die Nutzer nicht fragen. Wer die Liste täglich pflegt, kennt die Sonderfälle, die in keiner Spalte stehen.
- Parallelbetrieb ohne Ende. Alte und neue Lösung laufen nebeneinander weiter, und die Daten laufen auseinander.
Wie wir Listen ablösen
Wir sehen uns die Listen an, die im Betrieb tatsächlich tragen, und sagen je Liste, ob das vorhandene Programm genügt, ein Standardprodukt passt oder eine kleine eigene Anwendung sinnvoll ist. Umgesetzt wird mit Bereinigung, Probeimport und Abgleich als Abnahmekriterium. Wie solche Umstellungen in größere Abläufe eingebettet werden, beschreibt die Seite Digitalisierung im Mittelstand durch Prozessautomatisierung.
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